Bild: Beatrix Sieben, ISSO

Titel: Ernährung 2.0 – „Selbst gesund kochen“

„Einfach gut essen!“ ist ein erstrebenswertes Ziel, doch wer sich intensiver mit dem Thema Ernährung beschäftigt, merkt sehr schnell, dass Ernährung auch ein ernst zu nehmendes politisches Thema ist, bei dem sehr viele unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen und sich durchaus Konfliktpotenzial ergeben kann.

Gesunde Ernährung wird heute mehr denn je ganzheitlich betrachtet: in Zusammenspiel von persönlicher Gesundheit, Umweltverantwortung und gesellschaftlichen Werten. Aspekte des Tierwohls und des nachhaltigen Ackerbaus spielen dabei ebenso eine Rolle wie die grundsätzliche Förderung oder Umsetzung von biologischen oder konventionellen Anbaumethoden bei Obst und Gemüse. Am Ende des Tages geht Ernährung uns alle an und wir sollten uns mit diesem Thema intensiver beschäftigen.

Bild: Beatrix Sieben, ISSO

Alte Gewohnheiten überwinden

Der Nutri-Score® wurde ursprünglich in Frankreich entwickelt und wird seit Herbst 2020 von vielen Unternehmen als freiwillige Nahrungsmittelkennzeichnung genutzt. Ob er unsere Kaufentscheidungen tatsächlich beeinflusst, muss wahrscheinlich noch genauer geprüft werden. Eine symbolische und niederschwellige Bewertung von gesundheitlichen Aspekten durch die Ampelfarben von Grün (gesund) bis Rot (ungesund) ist grundsätzlich keine schlechte Idee. Allerdings wird jemand, der sich für fettige und industriell verarbeitete Nahrungsmittel entscheidet, wahrscheinlich gar nicht groß auf diese einfache und anschauliche Skala achten.

Wichtiger als eine solche Kennung für Nahrungsmittel ist es, bisherige Gewohnheiten zu überprüfen und gegebenenfalls auch ganz zu überwinden. Das heißt aber auch, neue Nahrungsmittel ins Repertoire aufzunehmen und herauszufinden, dass und wie sich daraus schmackhafte Gerichte zubereiten lassen.

Eine „typisch deutsche Küche“ gibt es ja schon lange nicht mehr – und wenn, dann vielleicht noch in Österreich oder in abgespeckten Versionen regional. Viele gute Zubereitungsimpulse aus dem Mittelmeerraum sind längst in unsere Ernährungsgewohnheiten integriert worden. Kommt heute noch jemand ohne Olivenöl in der Küche aus? Für unsere Elterngeneration war hingegen die Ablösung der „guten Butter“ noch eher eine Herausforderung. Eine Kombination von beidem, ist für viele Profi- und Hobbyköche ja auch eine denkbare Wahl.

Ob wir Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für eine langfristige Herz-Kreislauf-Gesundheit sind, durch gute Öle oder Fischprodukte zu uns nehmen oder von industriell verarbeitetem Weizenmehl auf ballaststoffreiche Vollkornprodukte wechseln, das hängt häufig auch mit unserer Bereitschaft für Verhaltensanpassungen zusammen. Denn Veränderungen benötigen nicht nur den guten Willen, sondern auch Zeit und manchmal auch Anleitung und Einüben.

Bild: Beatrix Sieben, ISSO

Ernährung neu erleben

Genau dafür war die ISSO-Veranstaltung im Bistro des Dreikönigenhauses „Selbst gesund kochen“ gedacht: Sandra Niebergall gab im Bistro des Dreikönigenhauses praxisnahe Impulse für eine gelingende Alltagsküche auf Basis ihres SOUL-FOOD-Konzeptes. Vorgestellt wurden einfache und gesunde Alternativen, die sich ohne großen Aufwand zubereiten lassen und direkt im Alltag umsetzbar sind.

„Mitmachen, ausprobieren und dadurch neue Gewohnheiten schaffen – dafür war der Abend eine sehr gute Gelegenheit“, so die gebürtige Saarländerin, die auf dem Land aufgewachsen ist. Durch die eigene Aufzucht der Pflanzen im Garten, die Ernte und die vollständige Verwertung der frischen Zutaten hat sie früh einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln entwickelt. Ihre Catering-Angebote sind in der Region bekannt und beliebt. Mit der Veranstaltung ging es nun bewusst darum, dieses Wissen weiterzugeben und erfahrbar zu machen. Wir bei ISSO freuen uns, dass wir sie für diesen praktischen Nachhaltigkeitsworkshop gewinnen konnten.

Hier geht’s zur Veranstaltung: https://isso.de/nhk

Bild: Beatrix Sieben, ISSO

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