Zum zweiten Mal fand am 15. November 2025 das Fest der Demokratie in Koblenz unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister David Langner statt. Nach dem Erfolg im letzten Jahr hatte sich das Organisationsteam neue Ziele gesetzt und den Veranstaltungsrahmen erweitert. Programm und Austausch sollten nebeneinander für alle Teilnehmenden möglich sein. 72 Organisationen und rund 1.500 Besuchende machten die Veranstaltung zu einem inspirierenden Erfolg. Neben dem kulturell vielseitigen Rahmenprogramm gab es Workshops und Diskussionsforen.
Foto: Beatrix Sieben, ISSO
Ein buntes Potpourri von Vereinen und engagierten Initiativen zeigte, wie vernetzt Koblenz ist und dass Vielseitigkeit längst zum Stadtbild gehört und Integration gelebt wird. Umso erstaunlicher war es, dass sich immer noch eine Organisation oder ein Verein finden ließ, der bisher vielleicht noch nicht wahrgenommen worden war.
In diesem Jahr waren auch die politischen Parteien und ihre Jugendorganisationen vor Ort, um gemeinsam Farbe zu bekennen und zu demonstrieren, dass sie bereits sind, auch in Zukunft für die Demokratie einzustehen.
Ein demokratisches Miteinander braucht öffentlichen Raum: Die Großzügigkeit der Rhein-Mosel-Halle ermöglichte neben einem breiten Informationsaustausch, den Überblick über die unterschiedlichen Mitwirkenden zu behalten und die Gesprächsmöglichkeit mit diesen an ihren Ständen zu suchen, während parallel das Rahmenprogramm stattfand. Die Ankündigungen der Musik-, Chor- oder Tanzgruppen funktionierten offensichtlich einwandfrei, denn der Veranstaltungsbereich füllte sich dann immer sehr schnell. Es war insgesamt eine herrliche Betriebsamkeit. Und wer einmal eine Pause von der ständigen Reizüberflutung brauchte, der konnte diese wunderbar mit einem Luftholen vor der Türe kombinieren. Denn bei all den Menschen ließen die Luft und der Sauerstoffgehalt nach zwei Stunden doch etwas zu wünschen übrig.
Viele Teilnehmende waren zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Fahrrad zur Rhein-Mosel-Halle gekommen. Fast nur die Mitwirkenden, die Material transportieren mussten, hatten das Auto benutzt. Das zeigte eine Abfrage, die am ISSO-Stand durchgeführt wurde.
Thema Migration im Gespräch mit der Politik
Auch die Workshops waren gut besucht und bei der abendlichen Diskussion bzw. Fragerunde an die Politik zum Thema Migration war der für ca. 70 Personen vorbereitete Raum zu klein. Einige Gäste blieben, obwohl sie keinen Platz mehr fanden und stehen mussten.
Josef Oster (CDU), Beatrix Sieben (ISSO), Carl-Bernhard von Heusinger (Bündnis 90/Die Grünen)
Josef Oster (CDU) und Carl-Bernhard von Heusinger (Bündnis 90/Die Grünen) beantworteten Fragen aus dem Publikum sowie Fragen, die bereits zuvor bei dem Veranstaltungsteam eingegangen waren. Hierbei ging es um die notwendigen Rahmenbedingungen, die eine Stadt wie Koblenz schaffen sollte, und auch um die Aspekte, die für eine gelingende Integration notwendig sind. Die administrativen Hürden sowie die Sprachbarrieren, die oftmals im Wege stehen, wenn es darum geht, dass sich Menschen, die ins Land kommen, Arbeitsplätze suchen, waren ebenfalls Thema. Schutzschirm- und Nachzugoptionen sowie die Bereitschaft für die Betreuung von traumatisierten Menschen aus Kriegsgebieten lieferten weiteren Stoff für eine sehr kontroverse Debatte.
Die Moderation durch Beatrix Sieben vom ISSO-Institut suchte immer wieder nach gemeinsamen oder ähnlichen Positionen, die sich zusammenfassen ließen. Abschließend gehörte dazu ja auch die Bereitschaft, sich zu einem kontroversen Austausch einzufinden. Beide Beteiligten signalisierten damit ihre Bereitschaft für ein demokratisches Miteinander und zeigten sich eines Festes der Demokratie würdig.
Zusammenfassend lässt sich sicherlich festhalten, dass allen Teilnehmenden und Mitwirkenden ein unvergessliches Erlebnis geboten wurde. Dieses Ziel hatte sich das Organisationsteam zuvor auf die Fahne geschrieben. Somit geht unser Dank ebenso an dieses Team wie an alle helfenden Hände drum herum.
ISSO Befragung Anreise
Organisationsteam:
- Maria Borger
- Mitarbeiterin im Projekt „Bildungskommune“ bei der Stadt Koblenz
- Anna-Brigitte Haars
- Ehrenamtliche Schuldnerberaterin und Mitglied in der Interessengemeinschaft Vorstadt-Oberwerth, früher Teamleiterin im Vertragsbereich einer Leasinggesellschaft, heute Rentnerin
- Clara Röllinghoff
- Koordinatorin der Geschäftsstelle des Beirats für Migration und Integration der Stadt Koblenz
- Klaus Haars
- Energieberater, Sprecher von Amnesty International Koblenz
- Manfred Beuth
- Vorsitzender des Sozialen Netzwerks Koblenz e.V., früher selbstständig, heute Rentner
- Sri Sai Praveen Gadiyaram
- Dateningenieur, Mitarbeiter im Sozialen Netzwerk Koblenz
- Jan Buchbender
- Quartiersmanager „Stadtgrün Lützel“, Nachbarschaftshilfe Koblenz-Süd, Mitglied in der Interessengemeinschaft Vorstadt-Oberwerth
Weitere Informationen: https://www.demokratiefest-koblenz.de/index.html