Miteinander ins Gespräch zu kommen, ist ein wichtiges Anliegen für Menschen aller Altersgruppen. Wir sind soziale Wesen und stärken uns durch gemeinsame Erlebnisse, Gespräche und Austausch.

Wer sich einfühlt in andere Erlebnisse, Erfahrungen und Lebensgeschichten, reichert sein persönliches Leben an. Empathie ist eine Fähigkeit, die anders als Mitgefühl neben den Gefühlen auch vorausschauendes Denken integriert.

In seiner Reflektion über den Wert von Kunst und Kultur in Kriegszeiten fasst Alexander Kluge es treffend zusammen „Der schärfste Blick entsteht, wenn Sachlichkeit und Empathie zusammenfinden. Alexander Kluge, SZ 13.04.2022

Doch kann Empathie auch unsere Gesprächsbereitschaft erhalten? 

Durch Empathie kann ich den eigenen Wirklichkeitsraum vergrößern. Neue Perspektiven einnehmen. Die Tür zu anderen Welten und Kulturen öffnen. Dazu gehört auch eine Identifikation mit Heldinnen und Helden, Vorbildern und fiktiven Romangestalten. Nach Wolf-Andreas Liebert (2019) können wir uns in alles hineinversetzen und dieser Person oder diesem Gegenstand eine Stimme geben. Wir reichern unser Leben durch fiktionale Wirklichkeiten, die denkbar und möglich sein könnten.

Empathie stellt eine gewisse Grundfähigkeit dar, die angereichert durch Neugier, einen anderen Blick auf andere Menschen, Schicksale, Lebensumstände oder auch Zukunftsutopien ermöglicht. Offenheit ergänzt die Empathie in einer vorausschauenden Weise und schafft eine Haltung, die über Meinungsverschiedenheiten und Konflikte hinausgehen kann.

Mit dieser Haltung lassen sich die eigenen Grenzen reflektieren. Die Wandelfähigkeit von uns Menschen ist dann auch das Verbindende, und Verschiedenheit und Verletzlichkeit sind nicht mehr nur beängstigend. Wenn wir uns auf eine solche Sichtweise einlassen, dann lässt sich in der Unterschiedlichkeit von Menschen eine unvergleichliche Stärke erkennen.

Als Wert oder Tugend allein taugt Empathie nicht allein schon wegen ihrer potenziellen Nähe zu manipulativen Techniken. Es muss darum gehen, sie als Kompetenz und abrufbare Fähigkeit für den professionellen Einsatz zu kultivieren. Empathie braucht ein universelles Denken. Eine Stärkung von Empathie kann einer Polarisierung in unserer Demokratie etwas entgegensetzen.

Unsere Idee von Empathiebasierter Verständigung basiert auf der Idee, sich   selbst   und   andere besser zu verstehen, ein Gespür für das Ungesagte „zwischen den Zeilen“ zu entwickeln, den eigenen Standpunkt zu reflektieren und damit produktiv umzugehen. Das Seminar bietet einen wissenschaftlichen Einstieg ins Thema und befähigt zu souveränen und kompetenten Verständigung im privaten und beruflichen Kontext.

Weitere Infos im Flyer.

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Literaturquellen:

Liebert, Wolf-Andreas. „Digitale Empathie“. Diskurs der Daten: Qualitative Zugänge zu einem quantitativen Phänomen, edited by Pamela Steen and Frank Liedtke, Berlin, Boston: De Gruyter, 2019, pp. 201-222.