Sie sind seit 2020 in Andernach zuständig für EdiCitNet, worum geht es bei dem Projekt? Und welche Expertise bringen Sie persönlich mit?

Das Projekt EdiCitNet* (Edible Cities Network, dt. Essbare Städte Netzwerk) läuft seit August 2018 für 5 Jahre, und hat das Ziel „essbare Lösungen“ in Städten weltweit zu entwickeln. Vorreiterstädte (Andernach, Berlin, Havanna, Oslo, Rotterdam) testen Ideen und Konzepte in so genannten Living Labs aus, und Folgestädte (Berlin, Guangzhou, Karthago, Lomé, Montevideo, Sant Feliu de Llobregat) entwickeln ihrerseits Masterpläne um Ideen zu implementieren. Zwischen den Städten findet ein Austausch statt, sodass man sich gegenseitig unterstützt und immer weiter an den Innovationen arbeiten kann.
*Das Projekt ist eine EU finanzierte Horizon 2020 Innovation Action (Grant Agreement Nr. 776665).
Von Hause aus bin ich Umweltwissenschaftler mit Schwerpunkt Boden(-chemie und -mikrobiologie). Ich habe mich während meiner Zeit in der Forschung primär mit dem Abbau von Pestiziden, vor allem Glyphosat, im Boden beschäftigt. Am wichtigsten finde ich jedoch, dass man hinter dem Projekt und den Ideen steht, und das mit Feuer und Flamme. Und das tue ich!

Foto, Simon Schneider

Foto, Simon Schneider

Wie lange läuft ein solches Projekt und was erwarten Sie und die Stadt Andernach sich davon?

Bis August 2023 arbeiten wir in der Stadt Andernach und Region daran, essbare Lösungen zu schaffen und die Region (international) stärker zu vernetzen. Die Stadt erhofft sich mit dem Konzept Essbare Stadt eine Inspiration für andere Kommunen und Städte zu sein. Vor allem geht es darum, dass wir Essbares im urbanen Raum schaffen, aber wir wollen auch mehr Umweltbildung für Schulen und Kitas, uns gegen Verschwendung von Lebensmitteln stark machen, für die Produktion lokaler Nahrungsmittel und Saatgut einsetzen und vieles mehr.

Wie bürgernah ist ein solches Projekt und wie wird es nachhaltig in der Stadt verankert? Gibt es auch regionale Kooperationen?

Das Projekt soll ein Gestaltungsraum für Bürger, Schüler, Initiativen, Unternehmen, gemeinsam mit der Stadtverwaltung, sein. Das Projekt wird lokal, in jede Stadt des Netzwerks, in Steuerungsgruppen (City Teams) organisiert, und jeder ist willkommen mitzuwirken. Regional wollen wir mit der Idee „expandieren“ und strecken gerne unsere Fühler aus. Wir hoffen, dass wir mit dem Kontakt über ISSO Koblenz mehr Interessenten gewinnen können und freuen uns über weitere Kooperationen.
Wir hoffen, dass sich durch das Projekt Kooperationen über die Jahre festigen und diese langfristig zur Vernetzung der Essbaren Stadt beitragen. Andererseits sind wir bereits jetzt mit der Entwicklung von Ideen und Konzepten beschäftigt, die eine Nutzung und Pflege der „Living Lab“-Fläche auch über das Ende des offiziellen Projektes hinweg gewährleisten. Hierbei sind wir für Anregungen und Interessenten, gerne insbesondere aus der Bürgerschaft heraus, offen!

Hier geht’s zum Projekt: https://www.andernach.de/stadt/essbare-stadt/