Verliert die Klimakrise durch die Pandemie?

Mit der Diskussion um die Verlängerung der Corona-Pandemie stellt sich nicht unbegründet die Frage, ob die Klimakrise ein Opfer der Pandemie werden könnte. Nur ein Bruchteil der staatlichen Ivestitionen für den Wiederaufbau nach der Pandemie sei für den Klimaschutz gedacht. Das geht laut ntv aus einem Bericht des Globalen Zentrums für die Anpassung an den Klimawandel in Rotterdam hervor.

ISSO befragte dazu Prof. Michael von Hauff, Seniorprofessor am Institut für Wirtschaftspolitik der Universität Kaiserslautern, der auch im WINN Expertenteam die Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie in Rheinland-Pfalz 2019 mit erarbeitet hatte „Wird Nachhaltigkeit die große Verliererin der Krise sein?

Prof. Michael von Hauff fürchtet, dass es nach Corona weitergeht wie bisher, auch wenn namhafte Persönlichkeiten unterschiedlicher Parteien und Ämter in den letzten Wochen feststellen, dass es nach Corona ein anderes Wirtschaften braucht und die Auswüchse des Kapitalismus kritisiert werden.

 

Hier seine Gedanken und Antworten:

Warum erleben wir keine stärkere Dynamik bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung?

Wir Bürger halten mit unseren Konsumgewohnheiten eine zügige nachhaltige Entwicklung auf. Zu nennen sind u.a. unser Fleischkonsum, die produzierte Kleidung z.B. in Bangladesch, die zu einem hohen CO2 Ausstoß führt. Mit einem geringen Preisaufschlag könnten klimaneutrale Kleidungsstücke hergestellt werden. Viele von uns sind nicht bereit diesen Preisaufschlag zu bezahlen.

Welche Risiken birgt die Digitalisierung aus der Sicht der Nachhaltigkeit?

Durch den extremen und ständig steigenden Energieverbrauch ist die Digitalisierung für den gleichen CO2 Ausstoß verantwortlich wie der gesamte Flugverkehr weltweit. Hinzu kommt noch der ebenfalls steigende Verbrauch knapper Ressourcen wie seltene Erden und Metalle.

Warum schenken wir dem dramatischen Rückgang der Biodiversität so wenig Aufmerksamkeit?

Biodiversität wird oft nur mit dem Rückgang der wunderschönen Tiger verbunden. Aber das Problem ist viel umfassender. Es geht auch um den starken Rückgang von Insekten und vielen anderen Tier- und Pflanzenarten die für uns alle überlebenswichtig sind.

Weitere Informationen zur Person, Prof. Michael von Hauff:

https://vwl-wipo.wiwi.uni-kl.de/team/prof-dr-michael-von-hauff/

https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_von_Hauff

 

Erklärung von Wissenschaftlern

Über 2.500 Wissenschaftler aus mehr als 130 Ländern werden eine von ihnen unterzeichnete Erklärung veröffentlichen, in der sie Staatsoberhäupter, Entscheidungsträger und Investoren auffordern, ihr Verständnis, Ihre Planung und ihre Investitionen in Bezug auf ein sich veränderndes Klima zu verändern, um sicherzustellen, dass sich künftige Schäden in Grenzen halten. Die Forderung soll anlässlich des CAS 2021 Climate Adaptation Summit, am 25. Januar 2021 gestellt werden.