In Zeiten, in denen das Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz (glücklicherweise) vermehrt zunimmt und auch medial immer mehr an inhaltlicher Bedeutung gewinnt, geht es auch darum, Sensibilität bei Verbrauchern zu schärfen. Das eigene Handeln überdenken, im Kleinen, im Alltäglichen versuchen, es täglich ein kleines bisschen besser, ein kleines bisschen ressourcenschonender zu machen.

Will man umweltbewusster handeln, so steht man schnell vor den ersten Fragen: Kaufe ich ein Bioprodukt, das in Plastik verpackt ist, oder lieber ein konventionelles ohne Plastikverpackung? Konventionell, aber regional, oder biologisch angebaut, aber importiert? Und, wenn ich schon Mineralwasserflaschen kaufe – kaufe ich Plastik- oder in Glasflaschen?

Eben dieser letzten Frage geht Selina Thaler im Artikel „Eine Frage der Größe“, der in der Ausgabe 03/2020 der „Zeit“ erschien, nach. Und erläutert anhand verschiedener Beispiele, dass es nicht die pauschal richtige Antwort auf die Frage nach dem idealen Material von Mineralwasserflaschen gibt. Es müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

Ein- oder Mehrweg: Da Mehrwegflaschen häufiger verwendet werden, fällt die CO-2-Bilanz dieser, gleich, ob aus Glas oder Plastik gefertigt, in der Regel besser aus.  Es gilt hier allerdings, Transportwege miteinzubeziehen. PET-Flaschen werden als Rohlinge gelagert und erst kurz vor der Verwendung aufgeblasen, nach der Verwendung können sie wieder zusammengepresst werden. Zudem haben sie deutlich weniger Gewicht als Glasflaschen. Das macht den Transport effizienter, da deutlich mehr Flaschen auf kleinem Raum transportiert werden können.

rePET: In Deutschland werden ca. 90% aller PET-Flaschen über ein Pfandsystem zurückgegeben und können somit recycled werden. Zum aktuellen Zeitpunkt ist das Recycling der Flaschen allerdings teurer als die Herstellung neuer PET-Flaschen, sodass erst einige wenige Hersteller rePET (erkennbar an einem entsprechenden Aufkleber auf den Flaschen) nutzen.

Flaschenform: Unterschiedliche Wasser-Anbieter vertreiben in der Regel unterschiedlich designte Flaschen, da diese als Markenzeichen verstanden werden. Dies hat zur Folge, dass Mehrwegflaschen häufig weite Transportwege überwinden müssen, um zurück zum Abfüllort zu gelangen. Verschiedene Getränkehersteller nutzen allerdings sogenannte Poolflaschen – nutzen also das gleiche Flaschenmodell. So müssen leere Flaschen nicht zum eigentlichen Hersteller, sondern können zu dem Getränkeproduzenten mit der geringsten Entfernung gebracht werden.

Regionalität: Ein in einer bayerischen Quelle abgefülltes Wasser in einer speziell für diese Quelle designten Mehrwegflasche in Hamburg zu kaufen, erhöht aufgrund der langen Transportwege die CO-2-Bilanz massiv.

Flaschengröße: Auch das Verhältnis zwischen Verpackungsgröße und Inhalt spielt eine Rolle – je mehr Inhalt in einer Flasche ist, desto weniger Verpackungsmaterial wird verhältnismäßig benötigt. Ökologisch bedeutet das, dass eine 1,5-Liter-PET-Flasche, die einen hohen Anteil an Rezyklat beinhaltet, keinen Nachteil gegenüber einer 0,7-Liter-Mehrwegflasche aus Glas hat.

Nach wie vor bleibt es die umweltfreundlichste Lösung, in Ländern wie Deutschland, in denen das Leitungswasser bedenkenlos trinkbar ist,
einfach auf dieses zurückzugreifen und auf abgefülltes Wasser vollständig zu verzichten. Sollen es dennoch Mineralwasserflaschen sein, bietet es sich jedoch an, auf Wasser in möglichst großen Mehrwegflaschen, idealerweise einer Pool-Flasche, aus der Region zurückzugreifen.

Den vollständigen Artikel finden Sie auf der Internetseite von „DIE ZEIT“.