„Bessere Klimapolitik durch Geschlechtergerechtigkeit?! – Perspektiven für den Klimaschutz in Koblenz“

1. Dezember 2020 I 18.00–21.00 Uhr I ISSO-Institut

„Am 26. September 2019 hat Koblenz gemeinsam mit rund 60 weiteren Städten und Kommunen in Deutschland den Klimanotstand ausgerufen. Grund dafür ist, dass bisher in Koblenz keine Maßnahmen zum Klimaschutz umgesetzt wurden. Mit dem Beschluss, den Klimanotstand auszurufen, hat der Koblenzer Stadtrat konkrete politische Forderungen und 33 Maßnahmen für den Klimaschutz verabschiedet. Punkt 1 des Maßnahmenkatalogs ist die Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts von 2011. Dieses soll dem Stadtrat am 4. Juni 2020 überarbeitet vorgelegt werden.

Den Klimanotstand zum Anlass nehmend, d.h. die Klimapolitik der Stadt zu verändern und neu aufzustellen, wollen wir vom Zentralen Gleichstellungsbüro und vom Frauenbüro der Universität Koblenz einen Beitrag zur Überarbeitung des Klimaschutzkonzepts leisten. Als Vertreterinnen von Gleichstellungsfragen erachten wir es als unerlässlich, Fragen der Geschlechtergerechtigkeit im Klimaschutzkonzept zu verankern. Klimapolitik wurde lange Zeit als geschlechtsneutral betrachtet, doch wie Studien zeigen, haben politische Maßnahmen zur Umsetzung des Klimaschutzes nicht nur soziale, sondern auch geschlechtspolitische Folgen. Den Zusammenhang von Klimapolitik und Geschlechtergerechtigkeit untersuchen seit einigen Jahren Wissenschaftler*innen im Auftrag des Umweltbundesamtes in Kooperation mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), dem Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt & Energie, sowie die NRO GenderCC – Women for Climate Justice e.V. Berlin. Bisher wird die Relevanz von Geschlechterverhältnissen für effektive klimapolitische Maßnahmen in Deutschland noch wenig beachtet.

Will Koblenz dem im Klimanotstand formulierten Anspruch, eine Vorbild-Stadt für Klimaschutz und Klimaanpassung zu sein, gerecht werden, so sollten Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und Folgen für Geschlechterverhältnisse unbedingt Berücksichtigung im neuen Klimaschutzkonzept finden. Welchen Beitrag die Berücksichtigung einer Geschlechterperspektive für eine bessere Klimapolitik leisten kann, werden wir im Rahmen eines Podiumsgesprächs mit Keynote eruieren und diskutieren.

Als Auftakt für das Podiumsgespräch hält Frau PD Dr. Diana Hummel (ISOE) einen Vortrag zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik“. Auf die Keynote folgt sodann ein Podiumsgespräch mit Frau Hummel und Akteur*innen aus der Region, die sich mit lokalen Möglichkeiten und Konzepten zum Klimaschutz auseinandersetzen. Im Vortrag stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Was ist Gender Impact Assessment (GIA) und welchen Beitrag kann es zur lokalen Klimapolitik leisten?
  • Welche gesellschaftlichen Bereiche rücken durch das GIA stärker in den Blick?

Im Podiumsgespräch wird die Frage beleuchtet:

  • Welchen Beitrag könnte GIA für das Koblenzer Klimaschutzkonzept sowie zur Demokratieförderung leisten? „

 

Text: Pressemitteilung des Zentralen Gleichstellungsbüros und des Frauenbüros der Universität Koblenz-Landau.

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